Sonstiges
Lichtstrahlen Oldenburg ist aufgelöst
Lichtstrahlen Oldenburg e.V. ist aufgelöst (März 2025)
Wir Vereinsmitglieder von Lichtstrahlen Oldenburg e.V. sehen uns seit dem Tod der Nickis im Winter 2023 mit der Situation konfrontiert, Nickis Arbeit nicht fortsetzen zu können. Wir sind dem Verein beigetreten und unterstützen ihn seit 15 Jahren, weil wir den Nickis ihre beispiellose gemeinnützige Arbeit für Betroffene und für die Themen DIS und Rituelle Gewalt ermöglichen wollten.
Öffentlichkeitsarbeit, Interviews, Kongresse, Filme und Infomaterialien, Fortbildungen, Filmvorführungen und Workshops, eine Selbsthilfegruppe, das Forum und unendlich viele individuelle Kontakte und Beratungen – all das hing überwiegend an den Nickis als Protagonist*innen. Sie sind nicht ersetzbar.
Immer wieder gab es über die vergangenen 15 Jahre projektbezogene Kooperationen mit anderen Betroffenen. Aber langfristig hat sich weder eine Nachfolge noch ein Team aus Betroffenen für die Fortführung der Vereinsarbeit gebildet. Lichtstrahlen Oldenburg wurde als Selbsthilfeplattform, also von Betroffenen für Betroffene von Ritueller Gewalt, gegründet und entwickelt. Nun stehen wir vor der Situation, dass die meisten von uns verbliebenen Vereinsmitgliedern selbst nicht betroffen sind – deshalb wäre es auch inhaltlich nicht richtig, wenn wir diese Selbsthilfeplattform weiterführen. Was uns ein bisschen tröstet, ist die Tatsache, dass die Nickis ein gutes halbes Jahr vor Ihrem Tod selbst gesagt haben, dass sie sich langsam aus der aktiven Arbeit zurückziehen. Sie wollten nicht nur beruflich, sondern auch im Privatleben „in Rente“ gehen. Auch wenn ihnen dafür keine Zeit mehr blieb, tut es doch gut zu wissen, dass wir nicht gegen ihren Willen handeln, wenn wir den Verein auflösen.
Unsere Vereinsprojekte wie die Selbsthilfegruppe und das Forum haben wir sorgsam beendet und in Kooperation mit den beteiligten Betroffenen vom Verein abgekoppelt.
Wir wünschen allen, die an diesen Vereinsangeboten beteiligt waren, alles Gute, danken für die gemeinsame Zeit und sind stolz auf alle, die sich nicht unterkriegen lassen! Macht es gut!
Wir haben vor, die Informationen, die wir auf unserer Homepage lichtstrahlen-oldenburg.de zusammengetragen haben, weiterhin im Netz verfügbar zu belassen. Die Filme, an denen die Nickis mitgearbeitet haben, werden so lange verfügbar sein, wie die Videoplattformen sie online stehen lassen – darauf haben wir keinen Einfluss. Die von unserem Verein produzierten DVDs sind vergriffen und werden nicht mehr nachproduziert.
Zum Abschluss des Lichtstrahlen-Kongresses 2018 haben die Nickis auf der Bühne gesagt (sinngemäß):
„Dies war unsere letzte Lichtstrahlen-Tagung. Wir haben es jetzt dreimal gemacht, das alles zu organisieren, und wir hören jetzt auf damit. Es gibt inzwischen so viele jüngere Betroffene von Ritueller Gewalt und DIS, die Öffentlichkeitsarbeit machen und sich zu Wort melden – wir machen den Weg frei. Vielleicht gibt es ganz andere Formen von Vernetzung und Tagungen, als wir sie uns ausdenken können? Legt los! Macht was draus!“
In diesem Sinne rufen wir von ganzem Herzen dazu auf, dass Betroffene sich selbst organisieren, Treffpunkte online und offline schaffen, und nicht nachlassen, sich zu Wort zu melden.
Die Mailadresse lichtstrahlen-oldenburg@posteo.de bleibt bis auf weiteres aktiv und erreichbar.
Ehemaliger Vorstand und ehemalige Vereinsmitglieder von Lichtstrahlen Oldenburg
(Verein in Liquidation)
März 2025
Hilft Kunsttherapie bei innerer Kommunikation? Forschungsteilnehmende gesucht
Hilft Kunsttherapie bei innerer Kommunikation? Forschungsteilnehmende gesucht
Uns erreichte folgende Anfrage, die wir gerne unterstützen:
Guten Tag,
Mein Name ist Sonja und ich studiere an der MSH Medical School „Intermediale Kunsttherapie“ im Master. Ich bin mittlerweile im 4. Semester und beginne nun meine Masterarbeit.
Vor ca. 1,5 Jahren habe ich mit meinem Master begonnen Im Rahmen meines Studiums habe ich mehrere Praktika im klinischen Bereich absolviert und konnte viele Einblicke in die kunsttherapeutische Arbeit erhalten. In meiner Praktika bin ich unterschiedlichsten Menschen mit verschiedenen Diagnosen und Problematiken begegnet. Durch mein Studium und die Erfahrungen im Praktikum ist mir ein sensibler und respektvoller Umgang mit Menschen ein wichtiges Anliegen.
Aus persönlichen Gründen (enger Kontakt zu einer Person mit einer DIS) möchte ich gerne zu diesem Thema meine Masterarbeit schreiben. Durch meine persönlichen Erfahrungen und eine Hausarbeit zu dem Thema „Dissoziative Identitätsstörung und Kunsttherapie“ habe ich sowohl einen persönlichen Einblick als auch einen wissenschaftlichen Einblick bekommen. Ich möchte im Rahmen meiner Masterarbeit die Perspektive von Personen mit DIS besonders in den Vordergrund rücken, weil ich davon überzeugt bin, dass jeder sein eigener Experte ist. Ich denke Betroffene am besten entscheiden können in weit Kunsttherapie helfen kann oder nicht.
Meine These lautet: „Kunsttherapie unterstützt bei der Kommunikation im Innensystem.“
Ich verfolge mit meiner Masterarbeit das Ziel, die dissoziative Identitätsstörung möglichst realitätsnah zu spiegeln (dabei ist mir bewusst, dass es bei jeden anders sein wird) und das Potenzial der Kunsttherapie zu verdeutlichen.
Ich versuche möglichst sensibel zu sein und die passenden Worte/Umgang zu finden. Ich freue mich über konstruktive Kritik und Hinweise, insbesondere in Bezug auf meine Masterarbeit. Ich möchte viel Raum für Wünsche und Anmerkungen lassen, um die Masterarbeit möglichst passend zu schreiben.
Für meine Masterarbeit suche ich Interviewpartner*innen, die bereit wären, Fragen zum Thema DIS und Kunsttherapie zu beantworten. Die Voraussetzung wäre, dass die Person bereits Erfahrungen mit Kunsttherapie gemacht hat, unabhängig davon, ob diese als sinnvoll und hilfreich empfunden wurde oder nicht. In der Regel dauern qualitative Interviews ca. 45 bis 60 Minuten. Das Interview würde ich online machen über die Plattform Teams und den Ton aufzeichnen. Alle interviewten Personen bleiben anonym, ich werde keine Namen nennen oder andere Rückschlüsse auf die Personen machen. Wichtig wäre es mir, dass es okay ist, dass ich den Ton aufnehmen darf und das Ganze transkribiere. Die Transkripte werden ohne Namen oder andere Merkmalen, die Hinweise auf die Person geben könnten, mit abgegeben. Ich weiß, dass für viele Personen mit DIS die Sicherheit ein großes Thema ist. Deswegen werde ich sensibel mit den Daten umgehen. Es ist auch möglich, nach dem Interview darum zu bitten, dass bestimmte Textstellen aus dem Interview rausgestrichen werden. Diese werden aus dem Transkript gestrichen. Die Audiodateien werden nicht veröffentlicht und, nachdem die Forschung abgeschlossen ist, von meinen Endgeräten gelöscht.
Ich würde mich freuen, wenn ich die Möglichkeit bekomme, durch das Forum, das Personen mit einer DIS, die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen mitzuteilen, um ein kleines bisschen Forschung voranzubringen und hoffentlich ein größeres Verständnis für Personen mit DIS zu erreichen.
Wenn Interesse besteht sich zu diesem Thema zu äußern, freue ich mehr sehr über eine Mail an folgende Adresse: sonja.hanssen@student.medicalschool-hamburg.de
Herzliche Grüße
Sonja Hanßen
Update zu Walk of DIS – Jetzt auch als Film! (Oktober 2023)
Update zu Walk of DIS – Jetzt auch als Film!
Es ist ein Wahnsinns-Projekt: Die 139 Beiträge mit Stellungsnahmen von Betroffenen organisierter Ritueller Gewalt und DIS, die Mia Faye Minoris auf Instagram gesammelt hat, sind jetzt auch als Video verfilmt! Sieben Betroffene und Unterstützer*innen haben jeden einzelnen Beitrag vorgelesen – dreieinhalb Stunden lang! Es ist ein deutlicher Beitrag gegen die aktuelle Kampagne der Leute, die allen Betroffenen und vielen Therapeut*innen False Memory und Satanic Panic vorwerfen.
Das Video ist im Kanal von D.I.S. Ding erschienen:
https://www.youtube.com/watch?v=ez7WA9Z_w0Q
Wer die Beiträge lieber lesen als hören oder anschauen möchte, kann auch direkt in den Instagram-Kanal von Walk of DIS wechseln – über diesen Link hier. Man braucht kein Insta-Konto dafür.
Vielen Dank an alle Beteiligten für die Zeit und Energie, die Ihr in dieses Projekt gesteckt habt!
Wir sind bereits weiter! (Betroffenenrat bei der UBSKM, April 2023)
Wir sind bereits weiter!
Nach seinem kurzen Statement direkt nach Erscheinen des Spiegel-Artikels hat nun der Betroffenenrat bei der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) nochmal einen längeren Text veröffentlicht, in dem Forschungsergebnisse verschiedener Fachrichtungen zusammengetragen wurden. Außerdem analysiert der Text die Vorgehensweise der Presseberichte, Verbände und Einzelpersonen, die organisierte Rituelle Gewalt als von Therapeut*innen eingeredet bezeichnen.
Update zu Walk of DIS – Schon fast 100 Stellungnahmen online
Update zu Walk of DIS – Schon fast 100 Stellungnahmen online
Wir haben die Aktion von Mia-Fay Minoris alias Schattenfell unterstützt, Aussagen von Menschen zur aktuellen Debatte über Rituelle Gewalt auf Instagram als Share-Pics zu veröffentlichen. Es sind schon richtig viele Aussagen zusammen gekommen – heute, nach weniger als einem Monat, sind es schon fast 100 Texte geworden.
Man kann sich diese Ergebnisse auch ohne Konto bei Instagram ansehen – über diesen Link hier.
Wir freuen uns mit Mia/Schattenfell über die große Beteiligung und die intensiven, engagierten Texte!
Es ist eine Fehl-Debatte (Joane Jane Bach, März 2023)
„Es ist eine Fehl-Debatte“
Die Buchautorin Joane Jane Bach („Sexueller Missbrauch und DIS – Die Leugner überleben“) spricht von einer Fehl-Debatte, wenn behauptet wird, Therapeut*innen würden Klient*innen die Erinnerungen an Rituelle Gewalt einreden. Ihren Brief an den Spiegel dürfen wir hier veröffentlichen.
Joane Jane Bachs Antwort an den Spiegel (PDF)
Das Buch von Joane Jane Bach als Print-Version
Das Buch von Joane Jane Bach als ebook bei amazon
Unterstützung wird verhindert (Gegen Missbrauch e.V., März 2023)
„Unterstützung wird verhindert“
Sehr klar positioniert sich der Verein Gegen Missbrauch e.V. an der Seite von Betroffenen Ritueller Gewalt. An die Adresse des Spiegels und anderer Menschen, die die Glaubhaftigkeit von Berichten Betroffener in Frage stellen, schreibt der Verein:
„Wer so einen Diskurs führt, verhindert in Konsequenz, dass Menschen, denen unendliches Leid zugefügt worden ist, adäquate Unterstützung finden, wenn z.B. Beratungsstellen geschlossen werden oder Therapien nicht mehr bewilligt werden.
Wir danken allen Betroffenen, die uns ihr Vertrauen schenken. Wir stehen an ihrer Seite und werden uns auch zukünftig dafür einsetzen, dass Betroffene ritueller und organisierter Gewalt nicht durchs Hilfesystem fallen.“
Ich weiß, was ich weiß (Emma, März 2023)
„Ich weiß, was ich weiß“
Emma erklärt in dieser Stellungnahme, warum sie sich sicher ist, dass ihr keine Erinnerungen eingeredet wurden. Und warum es so einfach ist, Kindern etwas vorzumachen und sie zum Dissoziieren zu bringen.
Wir stehen im Regen (Gruppe „Littendrin“, Januar 2023)
„Wir stehen im Regen“
Seit Dezember 2021 gibt es eine Reihe von Filmen im Schweizer Fernsehen, in denen die Existenz Ritueller Gewalt angezweifelt und als Verschwörungsglaube gekennzeichnet wird. Daraufhin hat die Clienia Littenheid, eine Traumaklinik mit zwei Trauma-Stationen in der Schweiz, einen der Ärzte entlassen, DIS-Therapien eingestellt und einen Untersuchungsbericht veröffentlicht.
In einem offenen Brief haben 23 Patient*innen dieser Klinik öffentlich Stellung dazu genommen, was diese Konsequenzen für Sie bedeuten. Sie schreiben, dass sie nicht nur in Littenheid, sondern auch sonst in der Schweiz nirgendwo mehr Therapien bei DIS bekommen aufgrund dieser Berichterstattung.
Das PDF mit der Erklärung können Sie hier herunterladen.
Veröffentlicht wurde der Brief auf der Webseite des Vereins CARA (Care About Ritual Abuse), der in den Filmen des Schweizer Fernsehens ebenfalls angegriffen wurde.
Link zur Veröffentlichung bei CARA
Über diesen Brief gab es einige Berichterstattung in Schweizer Medien.
- Hallowil.ch, „Die doppelten Opfer von Littenheid“, Webseite vom 24.3.2023
- blick.ch, „Trauma-Patienten kritisieren Therapie-Stopp in Klinik Littenheid“, Webseite vom 27.1.2023
- nau.ch, „Traumapatienten kritisieren Therapiestopp in Littenheid“, Webseite vom 27.1.23
Wissen Sie, was Sie anrichten? (S.L., März 2023)
Wissen Sie, was Sie anrichten?
S.L. hat einen wütenden Brief an die Spiegel-Redaktion geschrieben und uns erlaubt, ihn als PDF hier zu veröffentlichen.
Aufruf: Walk of DIS – Nehmen wir der Gegenbewegung das ,,Mikro“ weg! Enough is enough! Kreative Collage mit Euren Stimmen.
Walk of DIS – Nehmen wir der Gegenbewegung das ,,Mikro“ weg! Enough is enough!
Diesen Aufruf haben wir von Mia-Fay Minoris alias Schattenfell bekommen. Wir unterstützen die Idee, sind aber weiter nicht daran beteiligt.
Mia-Fay Minoris schreibt:
Im August 2012 habe ich eine Veranstaltung besucht:
Falsche Missbrauchserinnerungen/Veranstaltung des Vereins „Schulterschluss bei Sektenbetroffenheit“ *
Eine kleine Anekdote dazu, wie ich damals diese Veranstaltung mit meinen Worten beschrieben habe:
„Gegenargumente von Betroffenen wurden nicht zugelassen, die Sektenbeauftrage vom Bistum Münster war auch dort, sie hat sehr fachlich argumentiert, und als der Organisatorin dies zu viel wurde, hat sie versucht, ihr das Mikro wegzuziehen, allerdings hat die Sektenbeauftragte das Mikro festgehalten und weiter geredet. Das war so eine Situationskomik, dass ich echt darüber lachen musste“.
Ich möchte diese Situation als Metapher nehmen und sagen, halten wir alle das Mikrofon weiter fest und nehmen wir es der Gegenbewegung komplett aus der Hand.
Wenn ihr/Sie mögen, möchte ich Kommentare zu dem Spiegel Artikel „Im Teufelskreis“ vom 11.03.2023 und zur Gegenbewegung (False Memory, Satanic Panic, Skeptiker) sammeln, von DIS Betroffenen und allen Helfernetzen (Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Ärzt*innen, Anwält*innen usw.), anonym oder mit Namen, Nicknamen, Künstlernamen, wie jede/r möchte, und diese als kreative Collage gestalten.
Es reichen kurze Sätze: Wie habt ihr/Sie euch gefühlt, was macht es bei euch/Ihnen, alles ist erlaubt (abgesehen von Beschimpfungen).
Diese Collage soll bunt und lebendig sein, denn wir leben, es gibt uns, und dies möchte ich damit deutlich machen. Ich möchte sie digital (auf dem Instagram-Account walk_of_dis) und analog veröffentlichen.
Diese Collage nenne ich: Walk of DIS!
Wer mitmachen möchte, kann mir gerne Kommentare zu diesem Thema senden an:
Ich freue mich über zahlreiche Kommentare.
LG Schattenfell/Mia
* Der Arbeitskreis Induzierte Erinnerungen des Vereins Schulterschluss bei Sektenbetroffenheit e.V. war für die Gründung von False Memory Deutschland e.V. verantwortlich.
Eine unwürdige Diskussion (Betroffenenrat bei der UBSKM, März 2023)
Eine unwürdige Diskussion
Der Betroffenenrat bei der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) hat in einem Statement Schutz, Solidarität und Unterstützung mit Betroffenen gefordert.
„Jede diesem Tatkontext grundsätzlich die Existenz absprechende Diskussion ist eine fachliche und gesellschaftliche Entsolidarisierung mit den Betroffenen.“
Link zur Stellungnahme des Betroffenenrates
PLURV im Spiegelmagazin (H. C. Rosenblatt, März 2023)
PLURV im Spiegelmagazin
H. C. Rosenblatt haben in ihrem Blog erklärt, dass der Spiegel-Artikel populistisch ist und wir wichtigeres zu tun haben.
Link zum Blog von H. C. Rosenblatt
PLURV ist die Abkürzung für Pseudoexperten, Logikfehler, unerfüllbare Erwartungen, Rosinenpickerei, Verschwörungsmythen. Mehr dazu auf Wikipedia unter dem Stichwort „Wissenschaftsleugnung“.
Endlich sagen mir zwei Journalist*innen, dass es mich nicht gibt! (Mia-Fay Minoris, März 2023)
Endlich sagen mir zwei Journalist*innen, dass es mich nicht gibt!
Mia-Fay Minoris hat einen offenen Brief an den Spiegel geschrieben. Anders als mit Sarkasmus ist die Argumentation der Leugner*innen Ritueller Gewalt nicht mehr zu ertragen, schreiben sie.
Wo soll die Forschung denn herkommen, wenn niemand daran glaubt? (Die Lunis, März 2023)
Wo soll die Forschung herkommen, wenn niemand daran glaubt?
Die Lunis haben eine Offenen Brief an die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) geschrieben und in ihrem Blog veröffentlicht. Diese Gesellschaft hatte fast zeitgleich mit einem Spiegel-Artikel, der die Existenz Ritueller Gewalt anzweifelt, eine Stellungnahme an die Bundesfamilienministerin Lisa Paus und den Bundesjustizminister Marco Buschmann geschrieben, und die Forschungsergebnisse zu Ritueller Gewalt des Universitätskrankenhauses Eppendorf öffentlich kritisiert.
Dieser Zeitpunkt ist kein Zufall, vermuten die Lunis in ihrem offenen Brief.
Hier geht’s zum offenen Brief an die DGPs im Blog der Lunis.
Und sie haben noch einen Nachtrag hinterher geschrieben, in dem es darum geht, dass Menschen Hilfe verdienen, auch wenn die Ursache ihrer Leiden womöglich noch umstritten ist.
Wir. Haben. Es. So. Satt! (Nickis, März 2023)
Nickis persönlicher Kommentar zur aktuellen Berichterstattung über satanischen rituellen Missbrauch (März 2023). Wir haben diesen Text auch an den Spiegel geschickt.
Projekt Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend
Wir führen aktuell ein Forschungsprojekt zu Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend durch. Damit greifen wir gezielt ein Thema auf, das uns in bisherigen Studien immer wieder als wichtig begegnet ist. Um mehr darüber herauszufinden, beschäftigen wir uns in diesem Projekt mit der Frage: Was bedeutet es, nach sexueller Gewalt in der Kindheit selbst Kinder zu haben und elterliche Verantwortung zu tragen?
Dazu führen wir eine Umfrage unter Betroffenen durch. Dafür bitten wie Sie um Ihre Unterstützung.
Damit wenden wir uns an alle Betroffenen von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend, unabhängig davon durch welche Person(en) und in welchem Kontext die sexuelle Gewalt erlebt wurde.
Wir sprechen sowohl Betroffene an, die Eltern geworden sind, als auch die, die keine Eltern sind, sein wollen, oder die sich noch nicht entschieden haben.
Außerdem geht es uns beim Thema Elternschaft nicht nur um leibliche Kinder, sondern um alle Kinder, für die Betroffene ein Elternteil sind.
Weitere Informationen zum Forschungsprjekt https://forschung-elternschaft.de/
Der untenstehende Link führt zu einem Online-Fragebogen:
https://s2survey.net/fragebogen-projekt-elternschaft/
Die Umfrage ist sechs Wochen online vom 06.02.2023 bis zum 10.03.2023
Bereits jetzt vielen Dank für die Unterstützung unseres Projekts.
Einen herzlichen Gruß,
Barbara Kavemann und Bianca Nagel
Spreewaldkrimi – Die siebte Person am 30.01.2023 um 20.15h im ZDF
Spreewaldkrimi – Die siebte Person am 30.01.2023 um 20.15h im ZDF
Friederike Becht spielt in dem Krimi einfühlsam eine Dissoziative Identitätsstörung. Sie hat sich vorher mit Fachleuten wie Michaela Huber und Eva Lauer-von Lüpke von der Emanuelstiftung und uns (Nickis) in Verbindung gesetzt, um mehr über die Diagnose Dissoziative Identitätsstörung zu erfahren.
Der Film ist schon jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen: https://www.zdf.de/serien/spreewaldkrimi/spreewaldkrimi–die-siebte-person-100.html
Rund um den Krimi gab es einige Berichterstattung und Interviews. Was wir finden, listen wir hier auf:
Eine erste Rezension zum Spreewaldkrimi:
http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-6249.html
Gespräch auf Youtube mit Dr. Eva Lauer-von Lüpke und Friederike Becht:
https://www.youtube.com/watch?v=K4N620-sn6U
Gespräch auf Youtube mit Friederike Becht:
https://www.youtube.com/watch?v=pLIXSVD1v90
Im Ratgeber gesundheit.de ein Interview von Michaela Huber zum Spreewaldkrimi:
https://www.ratgebergesund.de/dissoziative-identitaetsstoerung-ein-spreewaldkrimi-klaert-auf/?draftsforfriends=2zievRzp96S8rfZiOp4XonMgOqtegfNr
Gespräch bei Volle Kanne am 26.01.2023 mit Friederike Becht ab Minute 20.40 geht es los:
https://www.zdf.de/gesellschaft/volle-kanne/volle-kanne-mit-friederike-becht-vom-26-januar-2023-100.html
Gespräch bei t-online Nachrichten für Deutschland 28.01.2023 mit Friederike Becht:
https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_100119206/spreewaldkrimi-friederike-becht-wir-duerfen-bei-diesen-themen-nicht-wegschauen-.html
Am 29.01.2023 findet auf Radiobochum.de ein Interview mit uns statt und auch mit Friederike Becht.
https://www.radiobochum.de/index.html
Ab ca. 11.00h.
Am 30.01.2023 bei Medien, Meinungen, Menschen folgendes Interview mit Friederike Becht erschienen.
https://www.quotenmeter.de/n/139823/friederike-becht-keiner-der-betroffenen-ist-gleich
Wenn Sie weitere Berichterstattung zu dem Krimi finden, schreiben Sie uns gern an.
Abschlussbericht der Enquetekommission Niedersachsen
Abschlussbericht der niedersächsischen Enquetekommission zur Verbesserung des Kinderschutzes und zur Verhinderung von Missbrauch und sexueller Gewalt an Kindern.
Selbsthilfegruppe im Raum Oldenburg
Hallo!
In unserer SHG sind Plätze frei. Wir würden uns freuen, wenn wieder neue Betroffene dazukommen würden.
Unter unsere Projekte könnt ihr mehr über unsere SHG erfahren.
Bitte unter der Mailadresse: lichtstrahl@lichtstrahlen-oldenburg.de melden.
Wir machen dann ein erstes Treffen aus und würden dann alles mündlich erklären
Viele Grüße
Nickis
VieleLeben Reihe von H.C. Rosenblatt
Lichtstrahlen Oldenburg e.V. hat die erste Episode finanziert.
Hallo,
Wir schreiben euch heute, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir für unsere Interviewreihe „Viele Leben“ noch Menschen, die sich als Viele erleben, suchen.
Wir haben das Projekt Ende 2019/Anfang 2020 gestartet, als man noch die Hoffnung haben konnte, dass Corona vielleicht nur ein Schnupfen ist und wenn nicht, so doch bald vorbei. Nun, das ist alles anders gekommen.
Dennoch waren wir und andere Viele mit uns fleißig. Wir haben uns (vergeblich) um Fördermittel von großen Kulturtöpfen bemüht, ein Logo gestaltet, eine Webseite konzipiert und auch 5 Interviews bereits aufgenommen. Anfang des Jahres hat uns die Initiative Phoenix e. V. die Unterstützung zugesagt. „Viele Leben“ ist damit ein Vereinsprojekt und kann auf Basis von Spenden finanziert werden. Lichtstrahlen e. V. hat uns gestern die Förderung für die erste Episode zusagt.
Jetzt geht es also so richtig wirklich und in echt los!
Wir werden die erste Episode „Viele Leben“ voraussichtlich Anfang Oktober sowohl im Rahmen des Podcast „Viele-Sein“ als auch im eigenen Feed veröffentlichen.
Bis dahin, aber auch darüber hinaus, suchen wir noch Viele, die in dieser Reihe sprechen wollen. Es kann ums Vielesein gehen – muss aber nicht.
Jede Episode soll Raum geben, selbstbestimmt über sich (als Viele) zu sprechen und die eigenen Themen zu teilen.
Bitte verbreitet unseren zweiten Aufruf im Anhang und erzählt allen von dem Projekt.
Für Fragen und die Vorbesprechungen von möglichen Interviews schreibt bitte an vieleleben@gmail.com.
Wir danken euch sehr und freuen uns, wenn ihr uns unterstützt – oder euch (nochmal) für ein Interview meldet.
Mit freundlichen Grüßen
Hannah C. Rosenblatt
– ein Blog von Vieleneinblogvonvielen.org „Viele-Sein“ – ein Podcast zum Leben mit dissoziativer Identitätsstrukturvielesein.de
Offener Brief zur Sendung 37 Grad
Wir haben diesen offenen Brief mit unterschrieben:
Stellungnahme/Kritik zum Film „Ich bin Viele“ aus der Reihe „37°“, gesendet am 02.08.2022 und in der ZDF-Mediathek
Aus der Sicht weiterer betroffener Menschen mit einer Dissoziativen Identitätsstruktur (DIS)
Der oben genannte Film ist das Portrait einer einzelnen Person mit einer DIS. Als selbst betroffene Personen schauen wir solche Dokumentationen natürlich mit besonderer Neugier an – und auch mit besonderer Hoffnung darauf, das Thema DIS auf achtsame und informative Weise in die Öffentlichkeit gebracht zu sehen. Denn die DIS ist bis heute eine der psychischen Erkrankungen, über die im öffentlichen Bild besonders viele Mythen und Vorurteile existieren, von der völligen Ableugnung der Validität des Störungsbildes an sich, über meist schauerliche Darstellungen in Spielfilmen, bis hin zu einer gewissen Faszination, die sich in meist emotionalen und unter Umständen voyeuristischen Darstellungen von möglichst vielen Persönlichkeitswechseln ausdrückt. Alle diese Arten von Darstellungen sind für uns Betroffene jedoch stigmatisierend, da sie nur ganz bestimmte Aspekte des Störungsbildes darstellen und damit an der Realität einer großen Gruppe von Betroffenen vollkommen vorbeigehen. In unserem Alltag müssen wir so immer wieder Kämpfe um Glaubwürdigkeit, Anerkennung und Augenhöhe ausfechten, die belastend und unnötig wären, wenn das Störungsbild insgesamt realistischer dargestellt wäre.
Leider hat dieser Film unsere Hoffnungen enttäuscht.
Stattdessen drängt sich uns als Betroffenen der Eindruck auf, dass nach Bildern gesucht wurde, die in den Zuschauer*innen möglichst viele Emotionen wecken sollen. Wenig nachvollziehbar beispielsweise ist die Fokussierung und Kürzung des Materials mit überwiegendem Blick auf den Moment von Persönlichkeitswechseln und eine kindliche Innen-Person, der filmerisch eine vorherrschende Rolle in der Alltagsgestaltung eingeräumt wird. Hier werden weder die Komplexität des Störungsbildes noch die bestehenden Kompetenzen der Betroffenen ansatzweise gewürdigt. Im Instagram-Profil der Betroffenen (Sabrinas) sowie auch in den Shownotes in der Mediathekseite wird deutlich, dass ihre erwachsene Kompetenz wesentlich stärker ausgeprägt zu sein scheint, dass beispielsweise Wechsel unter den erwachsenen Alltags-Innenpersonen weit weniger augenfällig sind, und sie durchaus in der Lage ist, trotz der DIS und weiterer, schwerwiegender körperlicher Einschränkungen berufliche Kompetenzen zu entwickeln und auch in irgendeinem Ausmaß professionell zu arbeiten. Kurz gefasst lässt sich dieser Film paraphrasieren: Menschen mit einer DIS verhalten sich kindlich, erinnern sich nicht daran und benötigen anhaltend eine 24-Stunden-Betreuung. Die möglicherweise auch den Assistenzbedarf mit bedingenden körperlichen Erkrankungen sind in diesem Zusammenhang nicht weiter thematisiert, was neuerlich zu einer unangemessenen Reduktion führt. Wünschenswert wäre eine Darstellung, die insgesamt die innensystemübergreifende Lebenskompetenz der Betroffenen darstellt, insbesondere in einem vergleichsweise gut recherchierten und finanzierten Format, wie es 37° sonst üblicherweise ist.
Als besonders schwierig aus verschiedenen Gründen empfinden wir den Beitrag des professionellen Trauma-Experten Ulrich Sachsse. Seine lapidare Erklärung der Entstehung der Störung, dass die Störung auf schwerer Gewalt beruhe, und dass ein Kind, dem dies geschieht, „sich vormacht“, dass es einer anderen Person geschehe, und dass auf diese Weise die traumatischen Erfahrungen auf verschiedene Selbstzustände aufgeteilt würden, ist eine fast schon fahrlässig zu nennende extrem verkürzte Darstellung. Auf diese Weise entsteht ein Eindruck von bewusstem Handeln auf Seiten der Opfer, der die reale Gewalt und Einflussnahme durch die Täter*innen und die insgesamte Komplexität des Geschehens völlig verleugnet.
Des Weiteren wird das Thema Gewalt, in seinem ganzen gesellschaftlichen Kontext, im gesamten Beitrag nur nebensätzlich erwähnt, übrig bleibt vorrangig nur eine Fokussierung auf dem Leiden der Betroffenen. Wir sehen es dabei auch nicht als Aufgabe der Protagonistin an, über erlebte Gewalt sprechen zu müssen, aber es fehlt zumindest ein kurzer Hintergrund dazu, und es fehlt vollkommen eine Einordnung in gesellschaftliche Kontexte.
Unklar bleibt bis zuletzt, was das Ziel dieses Beitrages ist. Nicht zu vergessen ist, dass es sich hier um einen Beitrag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit einer großen Reichweite und einem diversen Pool an Adressat*innen handelt, so dass wenig nachvollziehbar ist, wie ein nur so kleiner Ausschnitt ohne Verweis auf das sehr viel breitere Spektrum und Bild von Menschen mit einer DIS gezeigt wird? Viele Betroffene mit einer DIS sind sehr funktional in ihrem Alltag, arbeiten in Vollzeit, sind in der Lage, funktionierende soziale Beziehungen zu unterhalten, sind zum Teil sehr kreativ. Gleichzeitig ist diese Stabilität – wie ja auch in dem Beitrag durchaus deutlich wurde, denn auch die Sabrinas waren früher in der Lage, zu studieren und als Lehrerin zu arbeiten – keine Selbstverständlichkeit, und es ist für sehr viele Betroffene ein ewiger Kampf, Anerkennung für ihre Einschränkungen und die benötigte Unterstützung in Form von fachkundiger therapeutischer Langzeit-Therapie zu erhalten. Es gibt zu wenige ausgebildete Traumatherapeut*innen mit Kassensitz; wird ein Therapieplatz gefunden, so ist die Finanzierung der benötigten Anzahl an Stunden ein andauernder, belastender Kampf. Über die Dissoziative Identitätsstruktur in all ihren Ausprägungen und in all den Schwierigkeiten, mit denen sowohl hochfunktionale als auch stark unterstützungsbedürftige Betroffene im Alltag wirklich zu kämpfen haben, könnten so viele Aspekte erzählt werden.
Sollte es das Ziel sein, ein breites Publikum mit einer schweren Lebensgeschichte zu unterhalten, „Das Faszinosum Mensch mit DIS“? Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass hier mit realem Schrecken und Gewalt „Unterhaltungsfernsehen mit Quote“ gemacht wird, ohne dass eine auch nur ansatzweise angemessene Reflexion dieser ja auch noch tagtäglich in unserer Gesellschaft stattfindenden Gewalt erfolgt. Dies ist bitter und schier nicht zu fassen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Bekanntwerdens der Verbrechen in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster und der unverändert so immens hohen Dunkelziffer.
Wir als Menschen, die auch Viele sind, distanzieren uns von dieser Form von einseitiger, immer wieder gleicher Berichterstattung zu Lasten der Betroffenen. Auch wenn dieser Beitrag als Portrait eines einzelnen Menschen mit DIS angelegt ist, wurde mit diesem Beitrag (erneut) die Gelegenheit verschenkt, komplexer, tiefgehender und vielfältiger, aber vor allen Dingen auf Augenhöhe mit den Betroffenen über die Dissoziative Identitätsstruktur zu berichten.
Unterzeichner*innen: Intervisionsgruppe von Menschen mit DIS, die im psychosozialen Bereich berufstätig sind
Nickis
Spendeaufruf Auszeithaus
Wir von Lichtstrahlen Oldenburg e.V unterstützen das Auszeithaus mit einer Spende.
Spendenaufruf:
Liebe Kolleg:innen,Freund:innen und Mitstreiterr:innen,
das AntigewaltKompetenzZentrum e. V. (AKZ) ist ein gemeinnütziger Verein und wurde im April 2017 im Unterallgäu gegründet, um bestehende Lücken in Gewaltprävention und Opferschutz zu schließen. Seit 2019 betreibt das AKZ zusätzlich das „Auszeithaus“. Unsere Klientinnen mussten schwerste physische, psychische und sexualisierte Gewalt erleben. Die meisten haben organisierte sexualisierte Gewalt unvorstellbaren Ausmaßes, von frühester Kindheit an erlebt und mussten zum Überleben schwere dissoziative Symptomatiken entwickeln. Diese Frauen und ihre Kinder benötigen oft eine „Auszeit“, einen Raum, insbesondere an für die Betroffenen besonders schwierigen Tagen, wo sie wieder Sicherheit erleben dürfen und die Erfahrung machen dürfen, dass es auch ein Leben ohne Gewalt gibt. Im Auszeithaus können die Frauen und ihre Kinder eine sichere Zeit jenseits eines therapeutischen oder klinischen Settings verbringen. Sie erfahren Wertschätzung, können sich ausprobieren und neu erleben. Sie dürfen einfach sie selbst sein. An schwierigen Tagen wäre häufig einzig die Psychiatrie ein sicherer Ort für unsere Klientinnen. Andere sichere Ort wie z. B. ein Frauenhaus nehmen Frauen nur bei anhaltender Gewalt auf, Haustiere sind ebenso tabu sowie Söhne ab Jugendalter. Die Sorge um Kinder und Tiere steht bei unseren Klientinnen aber in der Regel vor dem eigenen Wohl, so dass sie keine Chance auf Aufnahme in einem Frauenhaus haben. Das Auszeithaus ist ein alter, in Eigenregie umgebauter Landgasthof. Es verfügt über drei Einzelzimmer und ein Notzimmer, die zum Teil mit mehreren Schlafgelegenheiten für Kinder oder Vereinsmitglied im Haus und steht so für den Schutz der Frauen. Insgesamt umfasst das Haus ca. 314 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche und einen großen Garten mit Terrasse Den Frauen stehen 3 Fahrräder und ein Auto zur Verfügung. Wir sind ein kleiner, gemeinnütziger Verein und arbeiten alle mit einer gehörigen Portion Idealismus ehrenamtlich für den Verein und das Auszeithaus. Wir, das sind hauptsächlich eine Sozialpädagogin mit traumapädagogischer Ausbildung und eine Polizeibeamtin. Wir sind durch unsere hauptberuflichen Tätigkeiten im Bereich Opferschutz in Beratung und Umgang mit schwer traumatisierten Menschen erfahren. Wir nehmen Frauen aus ganz Deutschland niederschwellig, unbürokratisch und kostenlos auf. Wir finanzieren uns rein über Spendengelder, eine Stiftung und Zuweisungen der Justiz. Die explodierenden Energiekosten und die anhaltenden notwendigen Renovierungsarbeiten zwingen uns nun in die Knie und wir benötigen dringend weitere Spendengelder, um den
Fortbestand des Hauses zu sichern. Daher bitten wir dringend um Spenden, klein oder groß, als Dauerauftrag oder Einmalspende, jeder Cent zählt. Bitte spenden Sie.
Bankverbindung:
AKZ e.V. Allgäu
Iban: DE21 7336 9920 0001 9189 82
Verwendungszweck: Auszeithaus
Was das Auszeithaus für die Frauen bedeutet, Zitate:
„..herausgenommen aus dem Alltag. Ohne Bedrohung und Gewalt. Keine Erwartungen. Kein Psychiatriestress…
…sie freut sich, dass auf dem Bett neben den Handtüchern auch eine Wärmflasche liegt. Eine Geste des Wohlwollens und der Unterstützung. Sie fühlt sich verstanden. Jemand hier weiß,
dass die Nächte ohne Wärmflasche noch schwieriger sind…
…gut, dass im Stockwerk darunter die beiden Frauen schlafen, die hier wohnen und arbeiten. Das hilft besser auszuhalten. Weil sie im Notfall nicht alleine ist. Weil da jemand ist, der die
Angst kennt. Weil da noch jemand ist, der vielleicht keine Angst hat…
…eine Zeit in der die eigene, schwer erkrankte Würde nicht noch mehr beschnitten und
verletzt wird…
Vielen Dank und liebe Grüße
Sabine Weber
,,Fortbildung Rituelle Gewalt-Begleitung von Betroffenen“
„Fortbildung Rituelle Gewalt – Begleitung von Betroffenen“
11. – 12. Oktober 2022 im DLRG Tagungszentrum Hotel Delphin in Bad Nenndorf
Referent*innen: Nicki Ulke (Lichtstrahlen Oldenburg e.V.) und Claudia Fischer (Redakteurin beim Infoportal Rituelle Gewalt, infoportal-rg.de)
Sie können den Flyer hierherunterladen: Fortbildung Rituelle Gewalt
Rituelle Gewalt und ihre Folgen sowie der sensible Umgang mit Betroffenen sind das Thema dieser zweitägigen Fortbildung.
Neben Informationen über Erscheinungsformen und Verbreitung Ritueller Gewalt geht es auch um die „Dissoziative Identitätsstörung“ / Multiple Persönlichkeitsspaltung und um die Konsequenzen, die diese Trauma-Folgeerscheinung für die Arbeit mit Betroffenen hat. Wir werden zielgerichtete Hilfen erarbeiten und Raum haben für persönliche, auch kritische Fragen der Teilnehmer:innen.
Zur Corona-Situation: Die Veranstaltung findet unter 3G+-Regeln statt (ggf. informieren wir kurzfristig über Änderungen, wenn die Pandemie-Situation das erfordert).
Programm Dienstag, 11.10.2022:
10:30 Uhr Anreise mit Stehkaffee
11:00 Uhr Begrüßung und Einführung ins Thema Rituelle Gewalt und Dissoziative Identitätsstruktur
13:00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Rituelle Gewalt – Definitionen und Besonderheiten (Schweigegebote, Rolle und Funktion von Religion / Ideologie innerhalb der Straftaten)
15:30 Uhr Kaffeepause
16:00 Uhr Dissoziative Identitätsstruktur – Klinische Definition und gelebter Alltag
18:00 Uhr gemeinsames Abendessen
19:00 Uhr Zwangloser Tagesausklang mit den Referentinnen
Programm Mittwoch 12.10.2022:
08:30 Uhr Was wir über Täter:innen und ihre Strukturen wissen
10:00 Uhr Kaffeepause
10:30 Uhr Was Betroffene brauchen und sich wünschen – und was nicht
11:45 Uhr Die eigene Rolle: Was und wieviel kann ich unterstützend leisten?
12:30 Uhr Mittagspause
13:30 Uhr Übertragung in den eigenen Alltag
14:00 Uhr Unterstützungsstrukturen in Deutschland
15:15 Uhr Abreise
Anmeldung und Kosten:
Kosten der Tagung (Leistungsumfang siehe unten): 350,- Euro
Early-Bird-Preis bei Buchung bis 30.6.2022: 290,- Euro
Bitte melden Sie sich per E-Mail lichtstrahl@lichtstrahlen-oldenburg.de bei Lichtstrahlen Oldenburg, Postfach 12 12 in 26206 Hatten, mit folgenden Angaben an:
- Name und Adresse
- Wünsche ans Essen (vegetarisch, Unverträglichkeiten, …)
- Ein paar Sätze darüber, aus welcher Perspektive Sie auf das Thema schauen (als Begleitung, als Therapeut:in, als Arzt/Ärztin …) Sollten Sie selbst betroffen sein, müssen Sie uns dies natürlich nicht mitteilen, wenn Sie das nicht wollen. Suchen Sie sich dann eine Perspektive aus, die gut zu Ihnen passt.
- Haben Sie vielleicht schon ein oder zwei Fragen zu dem Seminar für uns? Das hilft uns bei der zielgenauen Vorbereitung.
Sie erhalten dann von uns eine Anmeldebestätigung mit einer Kontoverbindung. Ihre Anmeldung kann erst nach Eingang der Tagungsgebühr auf unserem Konto verbindlich von uns zugesagt werden.
Ihre An- und Abreise organisieren Sie bitte selbst. Vor Ort im Hotel haben Sie mit der Seminaranmeldung Vollpension (mit Sauna und Fitnessbereich) gebucht. Ein Schwimmbad gibt es in Bad Nenndorf 300 Meter vom Hotel entfernt.
04277 Leipzig, Frauenkultur e.V.
Hinsehen, Handeln, Jetzt!
Der Inhalt dieser Seite enthält neben den Auflistungen zu Beratungsangeboten auch Inhalte und Bildverarbeitungen zu den Themen Gewalt, Diskriminierungserfahrung und Ähnlichem. Dies kann manchen Menschen triggern, also negative Reaktionen, schwierige Gefühle, Erinnerungen oder Flashbacks auslösen. Bitte achten Sie gut auf sich.










