(von Jeremiah, Alina und Mirja von Sternenstaub)
Für Kinder (ist gruselig ein bisschen, geht aber ganz gut aus!)
Es war einmal eine alte Ziege, die hatte sieben Zicklein. Die hatte sie so lieb, wie eine Mutter ihre Kinder nur liebhaben kann. Eines Tages wollte sie in den Supermarkt gehen und für das Abendbrot einkaufen. Da rief sie alle sieben herbei und sprach: „Hört Kinder, ich will jetzt in den Supermarkt gehen. Nehmt euch in Acht vor dem Wolf. Wenn er hereinkommt, nimmt er euch mit und dann müßt ihr zeit eures Lebens in seinem Bergwerk arbeiten! Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauchigen Stimme könnt ihr in erkennen. Ihr könnt aber auch durch den Türspion schauen und sein schwarzes Fell erkennen.“
Die Kinder sagten: „Aber Mama! Wir nehmen uns doch in Acht! Du kannst getrost einkaufen gehen.“ Das freute die Mutter. Sie sagte den Sprösslingen noch, das sie Hausaufgaben machen sollten und ging dann los.
Es dauerte nicht lange, da klopfte jemand an die Haustür und rief:
„Kinder, macht auf, Mami ist wieder da und hat euch was Süßes Mitgebracht!“
Eines der Jüngeren sprang auf und wollte die Tore öffnen, doch das Größte schimpfte und sagte: „Ja, bist du denn von Sinnen, du hörst doch die rauchige dunkle Stimme, das ist nicht unsere Mutter!“ Die Kleine zog sich murrend aber einsichtig zurück und eines der anderen Kinder. Nora schrie erbost in Richtung Tür. „Hau ab du Aas, du bist der böse Wolf, unsere Mutter hat keine so dunkle Stimme!“
Aussen, vor der Haustüre wurde es kurz still, dann hörte man jemanden wegschlurfen. Die Geschwister waren glücklich, dass der Wolf gegangen war. Jeder ging nun wieder seiner Tätigkeit, von der er abhalten worden war, als es an der Türe klopfte, nach. Einige waren vernünftig und gingen den Rat der Mutter nach und erledigten ihre Hausaufgaben, eines las ein Buch, zwei traten beim Nintendo 64 Spiel gegeneinander an und das Jüngste lutschte hingebungsvoll an seinem Pulloverärmel.
Aber plötzlich, nach etwa 10 Minuten klingelte es an der Tür und eine helle Stimme rief: „Kinder macht auf, ich bin vom Einkaufen zurück. Kommt schnell her und helft mir die Sachen reinzutragen!“
Die Kinder blieben erstmal skeptisch, sie wussten nicht ob sie öffnen sollten.
„Hey, die Stimme mag durchaus wie die einer Frau klingen, aber ist es wirklich Mama?.“‚ sagte da das helle Stimmchen von einem der kleineren Zicklein. „Ich schau mal durch den Türspion!“ erklärte der größte. Miké heißt er. „Dann werde ich ja sehen ob Mutter dort Aussen steht oder ob ich das schwarze Fell des Halunken Wolf sehe!“
Die anderen nickten zustimmend und als er durch den Torspion schaute bekam er einen argen Schrecken, denn er erkannte das dunkle Fell des Wolfes. „He das ist ja der Wolf!“ brüllte Miké „Er hat Helium geatmet um eine weichere Stimme zu kriegen! Hau ab du drei Wochen alte Sportsocke oder ich ruf die Bullen!“ Er sah wie der Wolf sich hastig entfernte und drehte sich befriedigt zu seinen erschrocken aussehenden Geschwistern um. „Keine Angst der ist fort. Hat wohl mächtig Schiß vor den Bullen! Mei ist der gerannt!“ Und damit ging er zu seinem Buch zurück.
Die anderen taten es im nach und suchten sich ebenfalls was zu spielen oder lernten weiter.
Aber kaum 15 Minuten später klingelte es wieder an der Tür und fast alle zuckten erschrocken zusammen. „Das ist der Wolf! Bestimmt“ flüsterte ein Pimpf von Zicklein.
Der mutigste, Andy, rief: „Wer da? Wenn du nicht unsere Mutter bist machen wir nicht auf.“ Und eine ganz normal klingende Männerstimme antwortete: „Pizzadienst“!
Miké, der Erstgeborene sah durch den Türspion und sah das der Kerl da aussen eine original „Dino – Land“ Pizza Capi aufhatte und einige Pizzakartons im Arm hatte. Schwarzes Fell konnte er nicht sehen da Capi und Kartons im Weg waren. Und klang die Stimme normal? War das der Wolf?. Es konnte ja auch sein, dass das Helium nachgelassen und der Wolf nun eine so normale Stimme hatte!
Er überlegte noch ob er öffnen sollte, als seine kleine Schwester die Tür blitzschnell aufmachte. Jeder hatte ja gehört das da nur der Pizzadienst geklingelt hatte. Und jeder dachte einer seiner Geschwister hätte den Pizzadienst angerufen.
Aber sobald die Türe offen war, riß sich der Pizzamann die Mütze vom Kopf und schrie: „Ha! Reingefallen! Ich bin der Wolf!“ Und kaum hatte er das gesagt schmiss er die enttäuschend leeren Pizzakartons von sich und schrie: „Jetzt müsst ihr in meinem Bergwerk arbeiten. Euch muß ich wenigstens keinen Lohn zahlen!“
Die Zicklein stoben schreiend auseinander und versuchten sich zu verstecken: Ein besonders mickriges sprang in die leere Spüle und zog sich ein Geschirrtuch aber den Kopf, ein anderes kroch unter die Eckbank und Nora versuchte gar auf den Kleiderschrank zu klettern.
„Ha! Ich krieg euch alle! Versucht gar nicht erst euch zu verstecken!“ Und nach diesen Worten zog er eines der Zicklein hinter den Duschvorhang hervor. So fing er eines nach den anderen. Sogar Miké das Älteste und wahrscheinlich klügste schnappte er sich und sogar Andy der mutig versuchte aus dem Fenster zu klettern entkam nicht. Er band sie alle mit einer langen Schnur aneinander. Dann zerrte er sie die Treppe hinunter zu seinem LKW und begann sie professionell zu fesseln.
Was er aber nicht bemerkte: Das Jüngste, Geoffrey fehlte, es hatte sich am besten versteckt. Und kaum fünf Minuten nachdem der Lastwagen fortgefahren war, kam die alte Mutterziege nichts ahnend zu ihrer Wohnung. Doch als sie ihr Heim betrat, die Türe offen war und keines der Zicklein auf ihr Rufen kam, bekam sie es mit den Angst zu tun. Die alte Ziege lief durch die ganze Wohnung und hörte plötzlich ein leises Weinen. Sie folgte dem Geräusch und fand das Jüngste im – Gottseidank! – leeren und gereinigten Windeleimer. Darein wollte der Wolf nicht gucken. Die Mutter beruhigte das verstörte kleinste Zicklein und als sie die ganze Geschichte gehört hatte rief sie die Polizei an.
Diese riegelten alle Straßen ab und untersuchten den Ort des Verbrechens nach Spuren. Die Polizisten fanden nichts was darauf hindeutete wo das Bergwerk des Wolfes ist. Die ganze Gegend wurde abgeriegelt und jeder LKW kritisch unter die Lupe genommen der aus der Stadt herauswollte. Der Wolf hatte schon viele Missetaten begangen und viele Kinder entführt. Doch nie gab es Zeugen oder handfeste Beweise gegen ihn. Auch sein Bergwerk, das es angeblich gab, hatte noch nie einer zu Gesicht bekommen. Und doch wurde der Wolf schon nach wenigen Stunden dingfest gemacht, denn einer Mitarbeiterin bei Mac Donalds war es Spanisch vorgekommen. dass der Wolf 6 Hamburger, 6 Milchshakes und sechs mal kleine Pommes bestellte. Wie gut das manche Kinder so jammern können. des man meint sie seien am verhungern.
Der Wolf kam übrigens für den Rest seines Lebens hinter Gitter, bei Wasser und Brot und alle anderen Kinder wurden aus seinen Bergwerk befreit. Und die sieben Zicklein? Denen geht es wieder prächtig, nur werden sie jetzt nie mehr gedankenlos die Türe öffnen, nicht mal mehr beim Pizzadienst.