Von Jasper Juckel
25.06.03
Quelle: Express
Hamburg – Horror-Beichte im ARD-Spätprogramm. Antje B. (39) erzählte, wie sie ihr neugeborenes Kind bei einer schwarzen Messe opferte. Auch andere Frauen berichteten von grässlichen Ritualen. Zweifel bleiben trotzdem.
„Ich musste meinem Kind den Brustkorb öffnen, die weichen Rippen auseinanderbiegen und das Herz herausnehmen“. Zitat der Aussage von Antje B. Dienstag in der TV-Reportage „Höllenleben. Der Kampf der Opfer“.
Damals sei sie 14 Jahre alt gewesen, so Antje. Das Kinderherz sei verspeist worden. Auch andere Frauen enthüllten im Film von Liz Wieskerstrauch, wie die Satanisten-Sekte sie zu Unvorstellbarem zwang. Zum Sex mit Kindern auf Kirchenaltären. Zum Essen bestatteter Leichen.
Die Frauen bestätigen ihre Aussagen gegenseitig. Und sie zeigten sich selber an. Sandra R., die Schwester von Antje B.: „Wir wurden gleichzeitig zu Opfern und Tätern gemacht“. Damit sie nichts verraten.
Die schockierende Vorstellung eines Deutschland, in dem Satanisten ihr grässliches Unwesen treiben, kam bereits im Frühjahr 2001 auf. Damals wurde der erste Teil von „Hölleneben“ gesendet. Dort berichtete die psychisch gestörte Nicki (41), wie sie in der ehemaligen SS-Ordenfeste Wewelsburg (bei Paderborn) vor teuflischen Kapuzenmännern mit 13 Jahren ihr Kind opfern musste.
„Danach haben sich viele Betroffene gemeldet, die die Aussagen bestätigt haben“, so Liz Wieskerstrauch.
Drei Staatsanwaltschaften ermitteln seit dem gegen die Selbstklägerinnen und gegen Unbekannte. mit mäßigem Erfolg. Heraus kam, dass Nicki von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht wurde. Der wurde dafür verurteilt.
„Weitere ihrer Angaben“, so der Paderborner Staatsanwalt Ralf Vetter, „sind unkonkret oder wurden durch die Ermittlungen widerlegt“. Auch wundert die Ermittler, dass die haarsträubenden Fälle fast 20 Jahre lang geheim geblieben sein sollen.
Für die SPD-Sektenexpertin und Ex-MdB Renate Rennebach ist es klar: „Die Opfer nimmt man oft nicht ernst. Dabei kann man jedes Wort glauben. In Deutschland gibt es Hunderte gefährliche Satanisten.“