Rainer Braun
Quelle: Traumapädagogik
BZ am 02.07.2003

Oldenburg(lni). Eine Kindstötung vor mehr als 20 Jahren mit möglicherweise satanistischem Hintergrund beschäftigt seit rund eineinhalb Jahren die Staatsanwaltschaft Oldenburg. Bisher hätten sich jedoch keine Beweise für einen Mord ergeben, teilte die Behörde gestern mit.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Anzeige von zwei Schwestern aus der Region Weser – Ems. Eine habe ausgesagt, man habe sie als Jugendliche gezwungen ihr Baby nach der Geburt zu töten und ihm das Herz herauszunehmen, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerhard Kayser. Die Tat habe sich angeblich im Umfeld schwarzer Messen in Norddeutschland abgespielt. Auch von rituellen Leichenschändungen sei die Rede gewesen. Eine eigens gebildete Ermittlungsgruppe der Polizei habe keine Beweise erbracht, die für eine Anklageerhebung ausreichten, teilte Kayser mit. Vor einer Entscheidung über die mögliche Einstellung des Verfahrens wolle die Behörde noch ein Gutachten auswerten. Die Angaben der Frauen decken sich nur teilweise, hieß es. Eine Bewertung sei zudem schwierig, weil die Kindesmutter unter einer „multiplen Persönlichkeit“ leide und sich in „Scheinwelten“ bewege. Die Mutter der Schwestern mache keine Angaben.